Filmmaterial ist sensibel – Licht bildet sich ab. Wird das Licht, bevor es auf den Film trifft, durch eine Linse gebrochen, so bewahrt der Film eine kopfstehende Abbildung der Wirklichkeit – die Aufnahme eines ganz bestimmten Moments. Vor der Belichtung aber, befindet sich der Film in einem seltsamen Zwischenstadium. In vollkommener Dunkelheit wartet er auf seinen Moment. Planfilm befindet sich in Schachteln, die nach Laune des Herstellers entweder dunkelgelb, weiß oder in einer anderen Farbe verkleidet sind.
Diese Schachtel liegt vor mir auf dem Tisch. Von Zeit zu Zeit nehme ich sie, gehe mit ihr in einen dunklen Raum, öffne die Verklebung und hebe den Deckel. In der Schachtel befindet sich eine weitere, kleinere Schachtel und darunter die Filme in einer schwarzen Hülle. Vorsichtig, ohne die Schichtseite zu berühren, entnehme ich einen Film, ertaste die Kerben oben rechts, die mir sagen, dass die Schichtseite zu mir zeigt. Dann schiebe ich ihn in die Planfilmkassette, überprüfe kurz und setze den Schieber wieder ein. Ich habe den Film von einer Dunkelheit in eine andere Dunkelheit überführt.